Wir sind Werner

- Interview mit Rštger und Andi Feldmann

Frage: Die ersten "Werner"-Fans sind ja inzwischen grau geworden und benutzen Corega Tabs. Kšnnen die Kids heute mit der 70er Jahre Nostalgie Ÿberhaupt noch etwas anfangen?

Rštger Feldmann: Was hei§t hier Nostalgie? Guck dich doch mal um. Alle Welt sŠuft Bier aus BŸgelflaschen, die Kids laufen in Schlaghosen rum und Hendrix-Plagiate wie Lenny Kravitz oder Reserve-Stones wie Aerosmith fŸllen ganze Stadien mit ihrer 70er Jahre Mucke. In den 70ern hatten wir den hšchsten Pegelstand an persšnlicher Freiheit. Davon zehren wir in hundert Jahren noch. "Werner" hat sich diese Freiheit immer genommen und wird sie sich immer nehmen. Das finden die meisten Leute eben geil - nicht nur die Kids.

Frage: Durch den neuen Film kachelt "Werner" mit der 'Satten Liter SchŸssel', ein Monstermotorrad, das gerade von Andi als Realversion nachgebaut wird. Wie sehen eigentlich die KonstruktionsplŠne fŸr so eine Maschine aus? Helfen euch da Ingenieure?

Rštger Feldmann: Der Konstruktionsplan ist eine Comiczeichnung von mir, mehr nicht. Den Rest macht Andi mit Kopf und HŠnden. Unser Freund DŸse baut den Motor - alles pi mal Daumen. Ein chipgesteuerter Ingenieur von heute wŠre mit einer solchen Aufgabe všllig Ÿberfordert.

Frage: Mit euren Fahrzeugen setzt ihr euch Ÿber alle Bestimmungen hinweg und dann Šrgert ihr die Obrigkeit auch noch mit Bruno und Helmut, den beiden Polizeitrotteln. Kšnnt ihr euch bei euerm Punktekonto Ÿberhaupt noch auf den Stra§en sehen lassen?

Andi Feldmann: Mit einem hohen Kontostand bist du bei der Behšrde immer sehr beliebt. Ich soll ja bald den goldenen Punkt vom Flensburger OberbŸrgermeister Ÿberreicht bekommen und EhrenbŸrger der Stadt werden.

Frage: Soll ich das glauben?

Rštger Feldmann: Tu doch, was du willst. Unser Vater ist auch EhrenbŸrger von Kappeln, alles hauptamtlich besiegelt, jawohl. Und was Bruno und Helmut anbelangt, das sind doch die beliebtesten Bullen von Deutschland, die besten SympathietrŠger, die die Polizei je hatte. Wir kriegen waschkšrberweise Post von begeisterten Bullen, die sich fŸr unsere Arbeit bedanken ...

Andi Feldmann: ... und wenn wir mal bespŸlt auf dem BŸrgersteig parken und Bullen vorbeikommen, dann nehmen wir gemeinsam n' LŸtten und es gibt Autogramme auf die KalkmŸtzen, so ist das!

Frage: Rštger - du gehst stramm auf die fŸnfzig zu und trŠgst seit drei§ig Jahren den gleichen abgewetzten Lederanzug. Wie machst du es, dass du dich fit und schlank hŠlst?

Rštger Feldmann: Fit halten tu ich mich natŸrlich mit Bšlkstoff und fŸr die Schlankheit ist mein Korsett verantwortlich, das ich morgens auf einer Kfz-Rahmenrichtbank zumache.

Frage: Welche Rolle spielt deine Frau Petra bei deiner Arbeit und sonst?

Rštger Feldmann: Petra sorgt dafŸr, dass ich den Bleistift richtig rum halte und morgens mein BŠuerchen mache. Ohne sie wŸrde ich meine Hosen an den FŸ§en zuknšpfen und zu keinem Termin pŸnktlich erscheinen. Viele meiner Klamotten entwirft und nŠht sie selber. Wenn irgendwelche sengenden und brennenden Horden in unser Haus einfallen, was oft passiert, dann sorgt sie dafŸr, dass alle reichlich gespeist und getrŠnkt werden. Sie kŸmmert sich um die anschlie§ende TrŸmmerbeseitigung und versorgt mehrere Hektar Garten. Vor allem hat sie jede Menge Geduld - nun ja, alles andere ist privat, das gehšrt hier nicht her.

Frage: Wie sehen eure PlŠne fŸr die Zukunft aus?

Rštger Feldmann: Neben BŸchern und Filmen planen wir das "Werner"-Land. Wir verhandeln zur Zeit Ÿber den Kauf von ungefŠhr hunderttausend Hektar Land. Wo, das dŸrfen wir noch nicht sagen. Hauptattraktionen werden eine gigantische cirka 40 Kilometer lange Achterbahn mit Kotzrutsche, eine gro§e Bšlk- und RŸlpshalle, in der das Bier Ÿber einen rei§enden Gebirgsbach am Volk vorbeistršmt, sowie eine Rennstrecke ohne Sicherheitsma§nahmen, auf der jeder fahren kann, wie er will. Aber nur, wenn er vorher mindestens 10 Bšlkstoff getrunken hat.

Frage: Ist das alles?

Andi Feldmann: Ich baue gerade einen Schuhanspitzer fŸr "Werner"-Stiefel. Der soll bei Salamander ins Programm kommen.

Frage: Was ist das Geheimnis von "Werner"?

Rštger Feldmann: "Werner" macht was er will. Die meisten Menschen dagegen machen, was andere wollen. "Werner" ist das gute Beispiel, dem keiner folgen kann oder sich nicht traut. Davon trŠumen tun sie aber alle.

Frage: Und wie macht ihr das?

Rštger Feldmann: Wir machen was "Werner" will.

Frage: Und wer ist "Werner"?

Andi Feldmann: Wir!

(Aus dem Internet)